Hatschi im Herbst: Erkältung oder Hausstauballergie

 width=Im Herbst wird ja nun mal mehr geniest, soweit nichts neues. Die Ursache muss aber nicht immer eine Erkältung sein – denn weil wir uns in kälteren Zeiten deutlich mehr in der Wohnung aufhalten, kommt auch dem Thema Hausstauballergie neues Gewicht zu, Betroffene wissen ein Lied davon zu singen.

Die Allergie-Symptome einer Hausstauballergie ähneln zunächst denen einer Erkältung:

Juckende oder tränende Augen, Kopfschmerzen, Kratzen im Hals, verstopfte Nase, Husten oder Schnupfen. Auffallend oft bekommen Allergiker gegen Hausstaubmilben diese Beschwerden nach dem Aufwachen zu spüren. Kein Wunder – nach einer gemeinsam mit den Milben unter einer Bettdecke verbrachten Nacht.

Hausstaubmilben lieben das kuschelige Klima in unseren Polstermöbeln

im Sofa, im Teppich und natürlich auch im Bett. Im Grunde sind Hausstaubmilben harmlos. Es sei denn, wir reagieren allergisch auf ihre Millionen Bettgenossen. Schließlich sind wir ihren Allergenen jede Nacht über mehrere Stunden hinweg ausgesetzt. Die Folgen: Wir wachen erschöpft auf, können uns weniger konzentrieren und sind nicht besonders produktiv.

Eine schlechte Nacht ab und zu kennt fast jeder, aber die durch die Symptome einer Hausstauballergie verursachte Dauermüdigkeit kann langfristig aufs Gemüt schlagen. Schlechte Stimmung ist also nicht selten vorprogrammiert, und allein das ist Grund genug etwas zu unternehmen.

Hausstaubmilben sind achtbeinige Tierchen und gehören zur Familie der Spinnen

Sie sind weiß und nur etwa 0,3 mm groß, mit dem bloßen Auge also kaum zu erkennen. Ganz verhindern kann man ihre Anwesenheit nicht. Selbst in saubersten Haushalten finden wir Hausstaubmilben – besonders gern an dunklen, feuchten Orten. Matratzen, Kissen und Decken sind ideale Lebensräume. Außerdem besiedeln Hausstaubmilben gern Teppiche und Polstermöbel. Hier finden sie das ideale Klima und genügend Nahrung: abgestorbene Hautzellen von Menschen und Haustieren.

An sich sind Hausstaubmilben unschädlich

es sei denn, man reagiert allergisch darauf. Dann verursachen Milben unangenehme Allergiesymptome. Genau genommen wird eine Hausstauballergie durch Enzyme, die sich im Kot der Tiere und in den Bestandteilen getrockneter Milbenkörper befinden, ausgelöst. Mit jedem Atemzug atmen wir die zerfallenen Partikel ein, das Immunsystem des Allergikers wiederum erkennt darin eine unmittelbare Gefahr und reagiert mit der bekannten Symptomatik von Niesen bis Augenjucken.

Hausstaubmilben zählen zu den häufigsten Allergieauslösern in geschlossenen Räumen. Allergiker können jedoch auch an öffentlichen Orten, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder über den Kontakt mit anderen Menschen mit ihnen in Berührung kommen.

Die meisten Menschen haben das ganze Jahr über mit den Symptomen ihrer Hausstauballergie zu kämpfen. Während der kalten Jahreszeit sind die Symptome aber oft schlimmer: Während wir es uns drinnen gemütlich machen möchten, wirbelt die durch Wärme bewegte Heizungsluft die Allergene auf.

Die häufigsten Symptome der Hausstauballergie sind:

● Häufiges Niesen
● Laufende oder verstopfte Nase
● Juckende, tränende oder gerötete Augen
● Engegefühl in der Brust

● Kurzatmigkeit, Keuchen oder Husten

Man kann aber durchaus einiges tun, um die Allergie in Schach zu halten:

Je nach dem, für welche Allergiebehandlung wir uns entscheiden, können wir die Symptome der Allergie lindern oder sogar die Ursache langfristig bekämpfen. Welche Behandlungsoption infrage kommt, sollte man mit dem Arzt besprechen, das kann zunächst der Hausarzt sein, wenn nötig später auch ein Facharzt für Allergologie. Er kann das Ausmaß der allergischen Erkrankung im Zusammenhang mit den geschilderten Symptomen am besten beurteilen und gemeinsam eine geeignete Therapie entwickeln.

Außerdem gibt es ein paar Tipps und Grundregeln für den Alltag:

Hausstaubmilben vollständig zu meiden, ist praktisch unmöglich. Sich den Hausstaubmilben aber so wenig wie möglich auszusetzen, ist es nicht. So lässt sich die Anzahl der Milben im Haus recht wirksam reduzieren:

  • Die Raumtemperatur und die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer sollte möglichst gering gehalten werden.
  • Mindestens einmal täglich sollte die Wohnung gründlich gelüftet werden.
  • Die Bettwäsche sollte häufiger gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.
  • So genannte Encasings verwenden: Das sind Überzüge, die für die Milben undurchlässig sind und die Tiere somit von ihren Nahrungsquellen abschneiden. Die Kosten für diese Überzüge werden von einigen Krankenkassen erstattet.
  • Matratzen sollten einmal im Jahr professionell gereinigt werden.
  • Haustiere sollten nicht mit ins Schlafzimmer genommen werden. Bei schweren Allergien sollte man ggf. sogar ganz auf Haustiere verzichten, auch wenn es schwer fallen mag.
  • Generell auf „Staubfänger“ in der Wohnung verzichten – vom Trockenblumenstrauß bis zum Zierkissen.
  • Glatte Bodenbeläge sollten regelmäßig alle ein bis zwei Tage feucht gewischt werden.
  • Regelmäßig staubsaugen, der Staubsauger sollte mit einem sogenannten HEPA-Filter ausgestattet sein.
  • Sofakissen, Plüschtiere und ähnliche Gegenstände, in denen sich Milben wohlfühlen, können für 24 Stunden in die Gefriertruhe gelegt oder im Wäschetrockner eine gewisse Zeit lang höheren Temperaturen ausgesetzt werden. Beides tötet Milben ab und reduziert somit auch die Allergenbelastung.

Allergiesymptome lindern:

Gerade bei akuten Symptomen können Antihistaminika in Form von Tropfen oder Tabletten Linderung verschaffen. Die meisten symptomlindernden Allergiepräparate bekommt man rezeptfrei in der Apotheke, einige sind aber rezeptpflichtig. Sich ärztlichen Rat zu holen, bevor wir Medikamente einnehmen, ist aber immer eine gute Idee.

Die Ursache der Allergie bekämpfen:

Die sogenannte Hyposensibilisierung ist eine erfolgsversprechende Behandlungsform, die mehr leistet als nur Symptome zu lindern. Ziel der spezifischen Immuntherapie ist es, eine Toleranz gegen ein bestimmtes Allergen aufzubauen. Wer die Ursache seiner Allergie angehen möchte, sollte sich beim Arzt erkundigen, ob diese Behandlung in Frage kommt. Einen ersten guten Rat findet man immer auch in der Apotheke.

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